Willkommen auf Notfallseelsorge-Heinsberg.de
• Geschichtliche Entwicklung der Seelsorge
In der Entstehungsphase der Seelsorge, in der "alten Kirche" ging es hauptsächlich um den primären Kampf der Christen gegen die Sünde.
Die Sünde gefährdet das endzeitliche Seelenheil, aus diesem Grund ist es die Aufgabe des Seelsorgers dem einzelnen Christen dabei zu helfen ein sündenfreies Leben zu führen.
Die ersten Bewegungen der Seelsorge entstanden unter den sogenannten Wüstenvätern. Diese suchten die Christen auf und fragten bei Problemen um Rat.
Auch die ersten klosterähnlichen Gemeinschaften können als Seelsorgezentren angesehen werden.
Frühe Beispiele von Seelsorge finden sich in den Briefen von Basilius von Ancyra, Gregor von Nazianz und Johannes Chrysostomos wieder.
Gregor der Große schrieb mit dem "Liber regulae pastoris" eines der bedeutendsten Bücher über die Seelsorge. Dieses Buch war an den Papst der damaligen Zeit (Übergang zum Mittelalter) gerichtet.

Foto: © Alexal | Dreamstime.com
Die Seelsorge im Mittelalter war sehr eng mit dem Bußsakrament verknüpft.
Das Bußsakrament umfasste die Schuldbekenntnis, Wiedergutmachung und Lossprechung durch den Priester.
Unter den Reformatoren legte man nicht mehr Wert auf die Betonung der Sünde sondern auf die Betonung der Vergebung Gottes und des Trostes, dies findet man vor allem bei den Reformatoren Martin Luther und Heinrich Bullinger wieder.
Die formelle Seelsorge wurde vom Pietismus vollkommen abgelehnt.
Das seelsorgerliche Gespräch wurde jetzt thematisiert.
Der Pietismus wollte die Früchte des Glaubens im persönlichen Leben, in Diakonie und Mission zum reifen bringen.
In der Zeit der Aufklärung sah in der Seelsorge eher eine belehrende Funktion, welche die Gläubigen zur sittlichen Lebensführung erziehen sollte.
Friedrich Schleiermacher legte im 19. Jahrhundert den Grundstein für die Praktische Theologie. Sein Ziel war es die Seelsorge sollte die Freiheit und Mündigkeit jedes einzelnen Gemeindeglieds stärken.
In der Mitte der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts schwappte die Bewegung der über die Niederlande nach Deutschland. Hier führte sie zur Entwicklung der Pastoralpsychologie.
Bis zum heutigen Tag ist die pastoralpsychologisch orientierte Seelsorge Standard in der Theologie der Landeskirchen.
Eugen Drewermann, katholischer Priester und Universitätsdozent, entwickelte in in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts seine tiefenpsychologische Auslegung der Bibel.
Die Darlegungen findet man insbesondere im dreibändigen Werk "Psychoanalyse und Moraltheologie".
Parallel dazu entwickelte Michael Dieterich die Biblisch-Therapeutische Seelsorge. Ihre Anhänger findet man hauptsächlich im pietistischen und freikirchlichen Umfeld wieder.