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• Seelsorge in den beiden großen Kirchen

Evangelische Kirche

Dem Verständnis der evangelischen Kirche nach, ist seelsorgliches Handeln nicht unbedingt mit einem Kirchenamt verbunden.
Im Sinne des Beistehens, Mittragens und des sich Einfühlens ist jeder Christ zur Seelsorge berufen und auch befähigt.
Dabei steht aber nicht ein strukturierter und methodisch gestalteter Lösungsprozess für ein Problem im Vordergrund.
Die Seelsorge versteht sich in diesem speziellen Fall als ein Beziehungsgeschehen zwischen zwei oder mehreren Personen.

In der Praxis der Seelsorge der evangelischen Kirche versucht man sich inhaltlich an der biblischen Lebensordnung zu orientieren.
Der historisch kritische Standpunkt findet als Grundlage seelsorglichen Handelns in der Regel keine Anwendung. Dieser herrscht nur in der universitären deutschen Pfarrerausbildung vor.
Zu Beginn kam es zu einer strikten Ablehnung der Psychologie in der evangelischen Seelsorgeentwicklung. Doch seit den achtziger Jahren des vergangenen 20. Jahrhunderts greift man immer mehr auf psychotherapeutische Methoden zurück.
Ein Streitpunkt ist aber immer noch das Verhältnis von Seelsorge und Psychotherapie.
In der Biblisch-Therapeutischen Seelsorge ergänzen und durchdringen sich biblische und psychologische bzw. psychotherapeutische Ansätze.
Theologisch fundiert wird eine psychotherapeutische Vorgehensweise z. T. aufgrund der Annahme, dass psychologische bzw. psychotherapeutische Methoden der in der Bibel beschriebenen göttlichen Schöpfungsordnung bzw. Lebensordnung entsprechen und aus diesem Grund abgeleitet werden können.